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Dumbach-NEWs Sep Okt September Oktober 2012, die kleine bunte Zweimonats-Zeitung, kostenlos, Titelfoto: Emil Jenne - Himmel und Wolken im Herbst über den Äckern und Wäldern von Thurndorf.
Eine neue Kirchenthumbacher Zeitung entsteht: Die neue Zeitung "Dumbach-NEWs" ist für die Gegend in und um Kirchenthumbach ein echtes Ereignis, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Ortes wird eine Zeitung von einem freien Verleger in der Gemeinde herausgegeben und nicht von einer politischen Verwaltung oder einem damit verknüpften Gewerbeverein. Die Themen und Texte in diesem Blatt, sowie die Aufmachung sind dementsprechend ganz anders. Bunt soll es sein und eine Art Kunstwerk. Das Format ist klein und quer, weil von einem Querdenker stammend. Und wenn Ihnen ein Thema mal selbst auf dem Herzen liegen sollte, sei es ein interessantes persönliches oder politisches, dann kommen Sie einfach auf mich zu. Jeder kann hier etwas mitteilen, wenn er möchte. Denn diese Zeitung von Bürgern für Bürger ist eine, die Vielfalt zeigen möchte. Ein Forum für den Austausch unterschiedlicher und völlig neuer Gedanken kann dieses Blatt sein. Wünschenswert sind nicht nur Beiträge über spektakuläre Ereignisse, sondern auch über Einfaches, was trotzdem nicht jeder kennt. Liebe Grüße, Emil Jenne. Foto: Herausgeber emil-jenne@verlag-mensch-und-gedanke.de. Diese Zeitungsausgabe wurde gefördert von: Die Veröffentlichung dieser Ausgabe wurde durch die finanzielle Unterstützung in Form von kostenpflichtiger Inseratwerbung, politischer Information und Beiträge folgender Firmen, Parteien und Privatpersonen unterstützt: RASS GmbH, Fenster und Türen, Geschäftsführer Martin Rass, Gunzendorf 12, 91275 Auerbach i. d. OPf., T: (0 96 43) 9 15 21, E: martin.rass@fenster-tueren-rass.de. Hier könnte auch Ihre Adresse stehen, wenn Sie in den Dumbach-NEWs inserieren oder einen Public Relation Beitrag veröffentlichen! Foto: Emil Jenne - junger, zarter Fransen-Enzian Gentianella ciliata (L. BORKH.). Impressum: Herausgeber, Verlag, Redaktion, Produktion, Gestaltung, Anzeigenservice: Verlag Mensch und Gedanke, Inhaber Emil Jenne, Schloßstr. 20, 91281 Kirchenthumbach, Telefon/Fax: (0 96 47) 92 87 36-0, E-Mail: emil-jenne@ verlag-mensch-und-gedanke.de. Inseratpreise/Anzeigenpreise/Anzeigenpreisliste (inkl. 19% USt): 1 Spalte (B 42,7 x H 95 mm) 37,00 Euro, 2 Spalten (B 90,3 x H 95 mm) 47,00 Euro, ganze Seite (B 138 x H 95 mm) oder Public Relation Beiträge je Seite 55,00 Euro (inkl. Recherche/Fotografie). Ausgabe und Auflage: Alle zwei Monate, 2500 Exemplare.
Archäologe Mathias Hensch erforscht Thurndorf: Die katholische Pfarrgemeinde St. Jakobus, eine kirchliche Institution, die in religiöser Hinsicht sehr traditionsbewusst ist und in Thurndorf bei zahlreichen Menschen ein hohes Ansehen genießt, hat die Überreste der "Burg Thurndorf", also einen wertvollen Teil archäologischen Kulturerbes des Ortes, einfach so hinweggebaggert, obwohl zuvor Ausgrabungen in den Jahren 1999, 2000 und 2002 die bis dahin vor sich hinschlummernde alte Anlage aus dem ausgehenden 11. bis frühen 12. Jhd. wieder ans Tageslicht brachten. Thurndorf hat sich seiner historischen Wurzeln beraubt. Hensch nennt das enttäuscht "Ignoranz der eigenen Geschichte gegenüber". Im Internet unter Adresse http:///www.schauhuette.de/ finden Sie weitere Informationen über viele seiner Arbeiten. Dort erläutert der ambitionierte Archäologe u. a. in einem kurzen Video, knieend vor einem mittelalterlichen Grab auf dem Friedhof von Nabburg die in diesem Falle besonderen Bestattungsbefunde. Man kann seine Begeisterung für das Thema regelrecht spüren. Der Internetauftritt informiert über 110 Grabungsprojekte, 22 3D-Archäologie-Rekonstruktionen, 9 Visualisierungen und vieles mehr. Nun aber zurück nach Thurndorf. Eine zunächst vermutete frühe Holz-Erde-Steinbefestigung im Süden der Burg ließ sich nicht bestätigen. Die älteste Siedlungsphase innerhalb des Kernburgareals wird anhand von datierbarem Fundmaterial ins 11./12. Jhd. datiert. Wahrscheinlich kam es schon bald nach 1100, sicher aber in der ersten Hälfte des 12. Jhds. zu einer Neustrukturierung der Hauptburg, indem die Holzbauten zumindest zum Teil durch Steinbebauung abgelöst wurden. Dies betraf nachweislich den südlichen Teil des untersuchten Areals, wo ein Gebäude von mehr als 9,6 m West-Ost-Ausdehnung entstand. Es war vermutlich ein Wohngebäude mit einem im Vergleich zum Außenniveau um mindestens ca. 1,8 m eingetieftem Souterraingeschoss, das wahrscheinlich im untersten Geschoss einen Holzboden und sicher einen Eingang in der Ostmauer mit Holztreppenzugang besaß. Ein zweiter Eingang in der Nordwand des Steingebäudes des 11./frühen
12. Jhds., der kellerhalsartig über eine massive Treppe zu benutzen war, gehört sicher in die zweite Bauphase. Mit Steinbaumaßnahmen im Inneren der Burg steht wahrscheinlich auch eine bautechnische Anlage zur Wasserhaltung und Mörtelgewinnung bzw. zum Kalklöschen in Verbindung, die im Norden des Untersuchungsareals zum Vorschein kam. Diese kann theoretisch der ersten Steinbauphase angehören oder mit dem Bau des großen Turmes um die Mitte des 12. Jhds. in Verbindung stehen. Aus einer Holzleitung dieser Anlage wurde eine Probe für eine Altersbestimmung entnommen. Der quadratische Turm bestand aus überwiegend flachen, aber sehr tiefen Buckelquaderplatten, gefüllt mit opus-spicatum (lat. "Ährenwerk", ein Mauerwerk mit ährenartigem Muster) zwischen den Schalen. Der Thurndorfer Turm dürfte zu den frühesten Bauwerken mit Buckelquadermauerwerk in Bayern zählen. Er hatte einen Durchmesser von 10,5 m und eine Mauerstärke von 3,5 m im unteren Bereich. Etwa zur gleichen Zeit entstand nur wenige Meter nordöstlich des Turms an der Nordostseite der Burg ein qualitätvolles Quadergebäude, das mit guten Gründen als Palas der Burg gedeutet werden kann. Dieser stand wahrscheinlich mit der Traufseite parallel zur Kirche, war also West-Ost ausgerichtet. Vom Palas wurde die Südwest-Ecke mit Teilen der West- und Südmauer angeschnitten. Er war aus sehr schönen, klein- bis mittelformatigen Sandsteinquadern errichtet worden und von hoher baulicher Qualität. Die genauen Grundmaße des Gebäudes bleiben allerdings ungeklärt, da der Bau nach Norden und Osten hin leider durch neuzeitliche Baumaßnahmen zerstört wurde. Unter Umständen könnten nördlich der Bebauung auf dem Grundstück Jakobusstr. 1 (Flur Nr. 83) noch Reste des Palas (im Bereich der ehemaligen Ringmauer) im Boden stecken. Man darf annehmen, dass der Bau eine Länge von 16 m hatte, da er sich so in etwa symmetrisch zwischen Turm und Burgkirche eingefügt hätte. Die Breite könnte demnach etwa 8 m betragen haben. Für die Mitte bis zweite Hälfte des 12. Jhds. darf man somit ein Ensemble von vier Steingebäuden im Inneren der Burg annehmen: Turm, Palas, Wohngebäude und Kapelle. Damit verfügte die Hauptburg über alle wichtigen infrastrukturellen Voraussetzungen für den aufgrund der schriftlichen Quellenlage zu erschließenden Verwaltungsmittelpunkt zwischen Waldnaab und Pegnitz. Sie stand der nur wenige Kilometer nördlich gelegenen Burg in Creußen wahrscheinlich weder in Größe, noch in Ausstattung nach. Hierfür sprechen auch die Nennungen der Thurndorfer Ministerialen im Gefolge der Sulzbacher, die sogar häufiger nachzuweisen sind als die Creußener. Gegen Ende des 12. Jhds. kam es zu Umstrukturierungsmaßnahmen auf der Burg. Ob diese mit dem gestiegenen Schutzbedürfnis der Sulzbacher Allode nach dem Vertrag
zwischen Bischof Hermann von Bamberg und Friedrich I. im Jahr 1174 oder dem Aussterben der Sulzbacher Lehnsherren und dem anschließenden Verkauf der Burg an Friedrich 1188/1189 zusammenhängen, ist schwer zu sagen. Letzteres ist die wahrscheinlichere Variante. In das 13. Jhd. fallen auch Planierungsmaßnahmen im Ostteil der Kernburg, zu erklären durch die Anlage eines neuen, festen Hofniveaus. Im späteren 13. Jhd. hat möglicherweise eine West-Ost verlaufende Palisadenwand unmittelbar südlich des Palas diesem zusätzlichen Schutz gewährleistet. Für das frühe 14. Jhd. ist dann wiederum ein hölzerner Bauteil östlich des Turmes bzw. südlich des Palas nachzuweisen, der sich durch Reste eines Lehmfußbodens und einer Feuerstelle zu erkennen gab. Wahrscheinlich während des 16. Jhds. wurde der Palas vollständig, der Turm möglicherweise in seinen oberen Bereichen abgebrochen. Es ist naheliegend, dass dies mit dem Neubau der St. Jakobus-Kirche zusammenhängt, bei dem Steinmaterial des Palas zumindest wiederverwendet worden ist. In den 60er und 90er Jahren des 20. Jhds. wurden noch vorhandene Turmgeschosse und die obertägig erhaltene Mauersubstanz fast vollständig vernichtet. Hinzu kam schließlich die weitere Zerstörung im Zuge der geplanten Friedhofserweiterung, was Herr Dr. Mathias Hensch so kommentiert: "Diese Entscheidung war kultur- und architekturgeschichtlich für Thurndorfs Ortsgeschichte und die mittelalterliche Herrschaftsgeschichte des Raums Pegnitz-Neustadt a. d. Waldnaab ein fataler und irreversibler Fehler. Als "Wiedergutmachung" hat die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach Herrn Dr. Mathias Hensch mit der Auswertung der Bau- und Siedlungsbefunde seiner Grabungen beauftragt. Desweiteren wird Frau Dr. Eleonore Wintergerst die wissenschaftliche Fundauswertung vornehmen. Gemeinsam wird dann eine Publikation zu den Ergebnissen der Untersuchungen erscheinen. 4 Fotos: Archäologe Dr. Mathias Hensch - 1: ...entdeckt immer wieder Ungewöhnliches, z. B. auf dem Friedhof in Nabburg. Ein Mann wurde mit dem Gesicht nach unten und darüber eine Frau in normaler Rückenlage bestattet - 2: Gesamtansicht während der Grabung 2002 mit Blick auf die Bebauungsreste des 11. und 12. Jhds. - 3:  Trennmauer des späten 12. Jhds. in opus-spicatum-Technik, die die Kernburg wohl in zwei Hälften teilte. Hier dürfte eine Reduzierung des Kernareals auf den östlichen Teil stattgefunden haben. - 4: Reste des vermuteten Palasgebäudes der ersten Hälfte des 12. Jhds. von Westen her, also vom Turm aus gesehen. Foto: Emil Jenne - Sanierung des Turmstumpfes, Stand am 23. Juli 2012.
Nur ein Missverständnis zwischen Kirchenverwaltung und Denkmalpflege: "Der Boden, auf dem wir leben - das ist auch unsere Geschichte", philosophiert Franz Eller, verantwortlich für die Kirchenverwaltung der Pfarrgemeinde St. Jakobus in Thurndorf. Er bringt dadurch sein grundsätzlich schon immer vorhandenes, persönliches Interesse am Erhalt von Bodendenkmälern zum Ausdruck. Eller räumt allerdings ein, dass es Menschen gibt, die dieses Bewusstsein so noch nicht haben und betont: "Wichtig ist, dass man Geschichtsbewusstsein entwickelt!" Bereits zu Zeiten, als noch der frühere Pfarrer Johannes Nikel und Ellers Vorgänger, der Kirchenverwalter Hans Dettenhöfer engagiert in der Kirchengemeinde tätig waren, bestand schon seit längerem das Problem, dass der Friedhof erweitert werden musste. Damals ergab sich die Möglichkeit, das Nachbargrundstück zu erwerben, auf dem noch ein Bauernhaus und eine Scheune gestanden hatten. Bei Besichtigungen konnte man keine Hinweise auf geschichtsträchtige Mauern sehen. In der Scheune lagen Brennholz und Stroh über den Steinen des Turmstumpfes. Das Grundstück wurde dann im abgesrissenen Zustand gekauft. Als Laie war nicht zu erkennen, dass eventuell vorhandene Steine ein Teil eines Bodendenkmals sein könnten. Erst als der Kreisheimatpfleger für den Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab (westl. Gebiet) Dipl.-Ing. Hans-Joachim Oberndorfer einen Blick darauf warf, war klar, dass man unbedingt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in Regensburg einschalten musste. Zuständig ist dort Referatsleiterin Dr. Silivia Codreanu-Windauer vom Referat B II Oberpfalz. Die damaligen Mitglieder der Kirchenverwaltung, Willi Büttner, Marco Lindner, Reinhard Maul und Georg Sertl, die mittlerweile die Friedhofserweiterung zu schultern hatten, teilten Frau Codreanu-Windauer dann per E-mail mit, dass man sich an die vereinbarte Abmachung des Bodenaustausches halten wolle und mit Baggerarbeiten im erlaubten Grundstücksbereich beginnen würde. Parallel dazu wurde scheinbar bei der archäologischen Ausgrabung mutmaßlich festgestellt, dass das gesamte Grundstück Teile des Bodendenkmals enthielte. Und so kam es zu dem Missverständnis, man könne mit dem Aushub wie vereinbart beginnen. "Ein Kommunikationsproblem", meint Eller. So kam es, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde und leider nun mal schon losgebaggert worden war, zumal auch noch ein kurzfristiges, sehr günstiges Angebot für die Baggerarbeiten vorlag. Eller bedauert, dass durch dieses Durcheinander erst wieder langsam Vertrauen zum BLfD aufgebaut werden musste. Viele Gespräche waren durch ihn und die anderen Mitglieder der Kirchenverwaltung erforderlich, damit eine gemeinsame Basis gefunden werden konnte. Die Ausgrabungskosten i. H. v. Euro 80.000 finanzierte die Pfarrgemeinde. Das Grundstück gehört zwar ganz der Pfarrgemeinde, es kann nun aber nur zu 1/3 für die Erweiterung des Friedhofs genutzt werden. Nachdem schon der Kirchenbau trotz ehrenamtlicher Hilfe riesen Summen verschlungen hatte, kamen zu den Ausgrabungskosten jetzt noch die Ausgaben für die Sanierung des Turmstumpfes hinzu. Dies sei jedoch jeweils zu 1/3 von der Pfarrgemeinde, der Diözese Bamberg und der
Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach getragen worden. Der 1. Bgm. Fritz Fürk konnte mit Unterstützung des Marktgemeinderates über das Amt für Ländliche Entwicklung eine Teilfinanzierung erreichen. Das Schlussfazit von Franz Eller lautet, im Zentrum des sanierten Turmstumpfes stehend: "Es ist doch hier was Beschauliches geworden. Hoffentlich hält es wegen der Witterung!" Und Sorge macht ihm die Absicherung, u. a. wegen einer davon ausgehenden Gefahr für Kinder. Hinweis: Die Verantwortung für die inhaltlichen Angaben in diesem Bericht liegt ausschließlich bei Franz Eller, nicht beim Herausgeber! Eine genaue Prüfung der angegebenen Fakten erfolgte vom Herausgeber nicht. 2 Fotos: Emil Jenne - 1: am 26.08.2012 ist noch eine provisorische Absperrung um den sanierten Turmstumpf herum aufgestellt. - 2: Kirchenverwalter Franz Eller im sanierten Turmstumpf der ehemaligen "Burg Thurndorf". Werbeinserat: RASS GmbH, Fenster und Türen, Gunzendorf 12, 91275 Auerbach i. d. OPf.
Über die Menschlichkeit des Menschen: Die einen machen Gesetze, die anderen umgehen sie. Bei klarer Gesetzeslage. Wer erwischt wird, bei dem stehen die Gesetzeshüter vor der Tür. Willkommen in der Sumpflandschaft. Ein schwer zu durchleuchtender Sumpf. Darin finden wir Macht und Geltung, doppeltes Spiel und doppelte Moral. Tief darin steckend, klopfen sich die Drahtzieher gegenseitig auf die Schultern. Sie loben sich recht arg - fast könnte man sagen "beweihräuchernd". Also ich persönlich wünsche mir ein Umfeld mit ganz vielen vertrauenswürdigen Personen, die sich nicht vor vertrauensunwürdigen fürchten müssen. Ins Gesicht lügen sie einem! Als Gruppe trangsalieren sie den Einzelnen. Menschen sind fehlerhaft. Dagegen ist nichts einzuwenden. Niemand ist perfekt. Menschen können aber äußerst schlimm fehlerhaft werden. Kommts ganz dick, dann bleiben sie ewig so und merken es gar nicht. Ein allgemeiner Sumpf-Bewussteinszustand ist dann erreicht! Benebelt vor lauter Nebel im Sumpf. Ohne Chance auf Weiterentwicklung zum Besseren hin. Gute Besserung also - Sumpf! Emil Jenne. Foto: Emil Jenne - umgefallener Baum in einem Sumpf des "Naturschutzgebietes Pegnitzauen" zwischen Michelfeld und Ranna.
Erlebnisse in der Fränkischen Schweiz - Ein alter Knopf erinnert an Geschichte: Als künstlerischer Fotograf bin ich sehr oft mit meiner Kamera unterwegs und erkunde den Naturpark Fränkische Schweiz. Auch die Gegend um Kirchenthumbach gehört teilweise dazu. Für mich ist das eine Art von Meditation, das "eins werden mit allem und nichts". Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Überall im gesamten Naturpark. Das ist meine Art, die eigentliche Welt um mich herum zu entdecken. Das "Getriebe der Welt", das Herumgewusle im Reich des Geldes und der Habgier "lasse ich" "gelassen" zurück. Man sagt auch "etwas gehen lassen", "etwas sein lassen". Ich möchte es so nennen: "Haben weglassen" und dafür "Sein zulassen". "Eins sein". Im Grunde muss ich also nur "sein" (,statt haben,) und dann das vordere "s" von "s-ein" nach hinten setzen und schon bin ich "ein-s", also "eins". Jetzt zu meinem Erlebnis in der Fränkischen Schweiz vom 11. August 2012. In Oberküps (bei Bamberg) besuchte ich den "Reppel". Das ist ein Hochplateau, auf dem lichte Kiefern- und Buchenwälder stehen. Einige Traktorwege führen dort von Oberküps aus hinauf. Auf einem Acker entdeckte ich in der Erde ein kleines, rundes, total verrostetes Eisenteil mit einem Durchmesser von 2,2 cm. Ich nahm das Teil mit nach Hause und säuberte es. Jetzt begann eine regelrechte Detektiv-Arbeit! Ich interessiere mich eben nun mal für materiell wertlose Dinge, die mich aber sehr häufig und ganz unerwartet zu Themen führen, die mir die Zusammenhänge der gesamten Welt erahnen lassen können. Dann bin ich für mich auch reich, im anderen Sinne. In diesem Falle war es ein Knopf, vorderseitig glatt, und rückseitig mittig mit einer Öse und Buchstaben. Es zeigte sich, dass die Abkürzung "A. M. D." für "Armee Montur Depots" steht. Das ist französisch und man könnte es als "Armeeausstattungslager" übersetzen. Demnach hätte es der Knopf der Uniform eines französischen Soldaten aus der Napoleonzeit sein können. Aber das war nicht so, denn gut, dass ich darunter auch das kaum erkennbare "CHR. 8." entziffern habe können. Es war stark verwittert und ist die Abkürzung für Königl. Bayer. "8. Chevaulegers-Regiment". Chevaulegers sind Soldaten der "leichten" Kavallerie, die auf leichten Pferden und mit leichter Bewaffnung kämpfen. Solche Regimenter gibt es schon seit 1682. Doch das "CHR. 8." wurde 1909 gegründet und 1919 wieder aufgelöst! Der Knopf stammt also von einer Chevaulegersuniform aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg, wurde vielleicht beim Manöver der damals in Bamberg ausgebildeten "Schwolis", wie sie in Bayern salopp genannt wurden, verloren. Die Tradition dieses Regiments wird heute noch in Dillingen a. d. Donau gepflegt, denn dort war
dann der Heimatstandort. Am 1.10.1909 hatte das Regiment noch 75 Mann und 117 Pferde. Erster Kommandeur wurde Major Freiherr v. u. z. Egloffstein (bis 31.07.1914). Später hatte ein "ausgewachsenes" Kavallerie-Regiment eine Sollstärke von um die 500 "Nasen" und rund 700 "Paar Nüstern", bestehend aus 5 Eskadrons, also 5 x 99 Mann zuzüglich Handwerker und Militärbeamte, wie Zahl- und Schirrmeister, usw. Die Chevaulegers kämpften im Ersten Weltkrieg meist ohne Schusswaffen. Herzlichen Dank für Fotos, Grafiken und Infos an: Hptm. i. Tr. Christian Gollmar vom Württembergischen Pionier-Bataillon Nr. 13 und Herrn Josef Giggenbach.

3 Fotos: Emil Jenne - 1: kurioses Fundstück auf einem Acker bei Oberküps: Knopf einer Militäruniform, Durchmesser 2,2 cm. - 2 und 3: Landschaft auf dem "Reppel" bei Oberküps. Foto: Hptm. Chr. Gollmar - Josef Giggen- bach in Paradeuniform eines "Schwolis". Grafik: Hptm. Christian Gollmar - eine Es- kadron des Königlich Bayerischen 8. Chevaulegers-Regiments "in Linie" und die Uniform der Reitersoldaten.
Zum Aus-der-Haut-fahren: Herzlich und offen gehst Du auf andere zu, aber die Menschen um Dich herum tun so, als wärst Du nicht da. Sie ignorieren Dich, tratschen, witzeln und spötteln über Dich, schütteln den Kopf wegen Deiner Andersartigkeit, wollen Dich los haben, zwingen Dich, dass Du Dich wehren musst, zeigen Dir mit aller Macht, wer hier das Sagen hat! Halten sich an keine Gesetze, sind stolze, rücksichtslose "Trickser" auf Kosten von "Ausgetricksten", lassen Beziehungen spielen, wollen Dich in die Knie zwingen. Sind voll von sich überzeugt. Nehmen sich alles heraus. Lassen nicht locker, bis sie Dich klein kriegen! Stempeln Dich zum Schwarzen Schaf ab. Ja - das kann Dir passieren. Dies schmerzt zunächst ein wenig und man würde am liebsten aus der Haut fahren. Doch ich fühle mich so gut, weil ich einzigartig, frei und anders bin. Emil Jenne. Foto: Emil Jenne - Haut einer Blindschleiche auf einem Weg zwischen Thurndorf und Obertreinreuth.
Das interessante Buch mit Bestellmöglichkeit: Richard Dawkins: Geschichten vom Ursprung des Lebens ISBN 978-3-548-37301-0, Ullstein-Verlag. Dawkins, einer der größten Wissenschaftler unserer Zeit, schreibt in seinem 928 Seiten starken Buch: "Ein Lebewesen ... ist immer unfertig. Das gilt vermutlich auch für uns ...". "Jedes Lebewesen könnte von sich behaupten, die Krone der Schöpfung oder der Endpunkt der Evolution zu sein...". "Bewegen wir uns rückwärts, feiern wir am Ende die Einheit alles Lebendigen ... Bewegen wir uns vorwärts, freuen wir uns über die Vielfalt...". "Die Information in der DNA aller Lebewesen wurde von (unseren) Vorfahren mit ungeheuerer Genauigkeit weitergegeben. Die einzelnen Atome in der DNA wechseln ständig, aber die Information, die sie mit ihrer Anordnung codieren, wird über Jahrmillionen, manchmal sogar über Hunderte von Millionen Jahren hinweg kopiert. Mit den Mitteln der Molekularbiologie können wir diese Aufzeichnungen unmittelbar lesen...". Dawkins beschreibt, wie die Bauteile und biologischen Funktionen der Lebewesen ähnlich einer überfüllten Festplatte eines PCs oft mehrfach ungenutzt herumliegen, aber wiederum genutzte, wie z. B. das Vorwärtsspringen von einem Schlammspringer praktisch genauso auch von uns als Mensch eingesetzt werden. Diese biologischen Funktionen stammen bereits von unseren sehr frühen Vorfahren her. Dawkins unterscheidet dabei die zeugenden Einzellebewesen und die Genpools, die jeweils zur Hälfte von beiden Elternteilen an die Nachkommen weitergegeben werden. Dabei können kuriose Dinge geschehen, u. a., dass ein Lebewesen komplett nur Genteile von Vorfahren-Vätern (oder -Müttern) weitergibt, obwohl ja mehrere Generationen lang beide Geschlechter Kinder zeugten. Vereinfacht gesagt, die einzelnen Lebewesen sterben, aber die Gene sind als Kopien immer da. Es kann auch vorkommen, dass die nachfolgenden Generationen nach mehreren Jahrhunderten oder Jahrtausenden letzlich nur Gene eines einzigen frühen Vaters (oder einer Mutter) in sich tragen und andere keine Genteile vererben konnten. Dawkins beschreibt 39 Stationen der Aufteilung des Stammbaumes und seine Vorstellung, wie dort der jeweilige gemeinsame Vorfahre ausgesehen haben könnte bzw. müsste, zurück bis zu den Eubakterien, bei denen man nicht mehr von "Arten" sprechen kann. Manche dieser "Arten" von Bakterien haben Wissenschaftler noch nicht lebend gefunden, aufgrund der Genuntersuchungen weiß man aber, dass es sie gegeben haben muss bzw. geben muss. Sehr komplexe Theorien, die man kritisch betrachten sollte - aber sehr lesenswert! Das Buch können Sie direkt bei meinem Verlag bestellen. Ich liefere es sogar persönlich ohne Versandkosten an Sie aus! Bestell-Telefon/-Fax: (0 96 47) 92 87 36-0, Bestell-E-Mail: emil-jenne@verlag-mensch-und-gedanke.de, Preis inkl. 7 % USt.: Euro 14,95

Dumbach-NEWs, Ausgabe Sep/Okt 2012 September/Oktober 2012, die kleine bunte Zweimonats-Zeitung, kostenlos

Titelfoto: Emil Jenne - Himmel und Wolken im Herbst über den Äckern und Wäldern von Thurndorf.

Eine neue Kirchenthumbacher Zeitung entsteht

Die neue Zeitung "Dumbach-NEWs" ist für die Gegend in und um Kirchenthumbach ein echtes Ereignis, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Ortes wird eine Zeitung von einem freien Verleger in der Gemeinde herausgegeben und nicht von einer politischen Verwaltung oder einem damit verknüpften Gewerbeverein. Die Themen und Texte in diesem Blatt, sowie die Aufmachung sind dementsprechend ganz anders. Bunt soll es sein und eine Art Kunstwerk. Das Format ist klein und quer, weil von einem Querdenker stammend. Und wenn Ihnen ein Thema mal selbst auf dem Herzen liegen sollte, sei es ein interessantes persönliches oder politisches, dann kommen Sie einfach auf mich zu. Jeder kann hier etwas mitteilen, wenn er möchte. Denn diese Zeitung von Bürgern für Bürger ist eine, die Vielfalt zeigen möchte. Ein Forum für den Austausch unterschiedlicher und völlig neuer Gedanken kann dieses Blatt sein. Wünschenswert sind nicht nur Beiträge über spektakuläre Ereignisse, sondern auch über Einfaches, was trotzdem nicht jeder kennt. Liebe Grüße, Emil Jenne.

Foto: Herausgeber emil-jenne@verlag-mensch-und-gedanke.de.

Diese Zeitungsausgabe wurde gefördert von

Die Veröffentlichung dieser Ausgabe wurde durch die finanzielle Unterstützung in Form von kostenpflichtiger Inseratwerbung, politischer Information und Beiträge folgender Firmen, Parteien und Privatpersonen unterstützt: RASS GmbH, Fenster und Türen, Geschäftsführer Martin Rass, Gunzendorf 12, 91275 Auerbach i. d. OPf., T: (0 96 43) 9 15 21, E: martin.rass@fenster-tueren-rass.de. Hier könnte auch Ihre Adresse stehen, wenn Sie in den Dumbach-NEWs inserieren oder einen Public Relation Beitrag veröffentlichen!

Foto: Emil Jenne - junger, zarter Fransen-Enzian Gentianella ciliata (L. BORKH.).

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Herausgeber, Verlag, Redaktion, Produktion, Gestaltung, Anzeigenservice: Verlag Mensch und Gedanke, Inhaber Emil Jenne, Schloßstr. 20, 91281 Kirchenthumbach, Telefon/Fax: (0 96 47) 92 87 36-0, E-Mail: emil-jenne@ verlag-mensch-und-gedanke.de. Inseratpreise/Anzeigenpreise/Anzeigenpreisliste (inkl. 19% USt): 1 Spalte (B 42,7 x H 95 mm) 37,00 Euro, 2 Spalten (B 90,3 x H 95 mm) 47,00 Euro, ganze Seite (B 138 x H 95 mm) oder Public Relation Beiträge je Seite 55,00 Euro (inkl. Recherche/Fotografie). Ausgabe und Auflage: Alle zwei Monate, 2500 Exemplare.

Archäologe Mathias Hensch erforscht Thurndorf

Die katholische Pfarrgemeinde St. Jakobus, eine kirchliche Institution, die in religiöser Hinsicht sehr traditionsbewusst ist und in Thurndorf bei zahlreichen Menschen ein hohes Ansehen genießt, hat die Überreste der "Burg Thurndorf", also einen wertvollen Teil archäologischen Kulturerbes des Ortes, einfach so hinweggebaggert, obwohl zuvor Ausgrabungen in den Jahren 1999, 2000 und 2002 die bis dahin vor sich hinschlummernde alte Anlage aus dem ausgehenden 11. bis frühen 12. Jhd. wieder ans Tageslicht brachten. Thurndorf hat sich seiner historischen Wurzeln beraubt. Hensch nennt das enttäuscht "Ignoranz der eigenen Geschichte gegenüber". Im Internet unter Adresse http:///www.schauhuette.de/ finden Sie weitere Informationen über viele seiner Arbeiten. Dort erläutert der ambitionierte Archäologe u. a. in einem kurzen Video, knieend vor einem mittelalterlichen Grab auf dem Friedhof von Nabburg die in diesem Falle besonderen Bestattungsbefunde. Man kann seine Begeisterung für das Thema regelrecht spüren. Der Internetauftritt informiert über 110 Grabungsprojekte, 22 3D-Archäologie-Rekonstruktionen, 9 Visualisierungen und vieles mehr. Nun aber zurück nach Thurndorf. Eine zunächst vermutete frühe Holz-Erde-Steinbefestigung im Süden der Burg ließ sich nicht bestätigen. Die älteste Siedlungsphase innerhalb des Kernburgareals wird anhand von datierbarem Fundmaterial ins 11./12. Jhd. datiert. Wahrscheinlich kam es schon bald nach 1100, sicher aber in der ersten Hälfte des 12. Jhds. zu einer Neustrukturierung der Hauptburg, indem die Holzbauten zumindest zum Teil durch Steinbebauung abgelöst wurden. Dies betraf nachweislich den südlichen Teil des untersuchten Areals, wo ein Gebäude von mehr als 9,6 m West-Ost-Ausdehnung entstand. Es war vermutlich ein Wohngebäude mit einem im Vergleich zum Außenniveau um mindestens ca. 1,8 m eingetieftem Souterraingeschoss, das wahrscheinlich im untersten Geschoss einen Holzboden und sicher einen Eingang in der Ostmauer mit Holztreppenzugang besaß. Ein zweiter Eingang in der Nordwand des Steingebäudes des 11./frühen 12. Jhds., der kellerhalsartig über eine massive Treppe zu benutzen war, gehört sicher in die zweite Bauphase. Mit Steinbaumaßnahmen im Inneren der Burg steht wahrscheinlich auch eine bautechnische Anlage zur Wasserhaltung und Mörtelgewinnung bzw. zum Kalklöschen in Verbindung, die im Norden des Untersuchungsareals zum Vorschein kam. Diese kann theoretisch der ersten Steinbauphase angehören oder mit dem Bau des großen Turmes um die Mitte des 12. Jhds. in Verbindung stehen. Aus einer Holzleitung dieser Anlage wurde eine Probe für eine Altersbestimmung entnommen. Der quadratische Turm bestand aus überwiegend flachen, aber sehr tiefen Buckelquaderplatten, gefüllt mit opus-spicatum (lat. "Ährenwerk", ein Mauerwerk mit ährenartigem Muster) zwischen den Schalen. Der Thurndorfer Turm dürfte zu den frühesten Bauwerken mit Buckelquadermauerwerk in Bayern zählen. Er hatte einen Durchmesser von 10,5 m und eine Mauerstärke von 3,5 m im unteren Bereich. Etwa zur gleichen Zeit entstand nur wenige Meter nordöstlich des Turms an der Nordostseite der Burg ein qualitätvolles Quadergebäude, das mit guten Gründen als Palas der Burg gedeutet werden kann. Dieser stand wahrscheinlich mit der Traufseite parallel zur Kirche, war also West-Ost ausgerichtet. Vom Palas wurde die Südwest-Ecke mit Teilen der West- und Südmauer angeschnitten. Er war aus sehr schönen, klein- bis mittelformatigen Sandsteinquadern errichtet worden und von hoher baulicher Qualität. Die genauen Grundmaße des Gebäudes bleiben allerdings ungeklärt, da der Bau nach Norden und Osten hin leider durch neuzeitliche Baumaßnahmen zerstört wurde. Unter Umständen könnten nördlich der Bebauung auf dem Grundstück Jakobusstr. 1 (Flur Nr. 83) noch Reste des Palas (im Bereich der ehemaligen Ringmauer) im Boden stecken. Man darf annehmen, dass der Bau eine Länge von 16 m hatte, da er sich so in etwa symmetrisch zwischen Turm und Burgkirche eingefügt hätte. Die Breite könnte demnach etwa 8 m betragen haben. Für die Mitte bis zweite Hälfte des 12. Jhds. darf man somit ein Ensemble von vier Steingebäuden im Inneren der Burg annehmen: Turm, Palas, Wohngebäude und Kapelle. Damit verfügte die Hauptburg über alle wichtigen infrastrukturellen Voraussetzungen für den aufgrund der schriftlichen Quellenlage zu erschließenden Verwaltungsmittelpunkt zwischen Waldnaab und Pegnitz. Sie stand der nur wenige Kilometer nördlich gelegenen Burg in Creußen wahrscheinlich weder in Größe, noch in Ausstattung nach. Hierfür sprechen auch die Nennungen der Thurndorfer Ministerialen im Gefolge der Sulzbacher, die sogar häufiger nachzuweisen sind als die Creußener. Gegen Ende des 12. Jhds. kam es zu Umstrukturierungsmaßnahmen auf der Burg. Ob diese mit dem gestiegenen Schutzbedürfnis der Sulzbacher Allode nach dem Vertrag zwischen Bischof Hermann von Bamberg und Friedrich I. im Jahr 1174 oder dem Aussterben der Sulzbacher Lehnsherren und dem anschließenden Verkauf der Burg an Friedrich 1188/1189 zusammenhängen, ist schwer zu sagen. Letzteres ist die wahrscheinlichere Variante. In das 13. Jhd. fallen auch Planierungsmaßnahmen im Ostteil der Kernburg, zu erklären durch die Anlage eines neuen, festen Hofniveaus. Im späteren 13. Jhd. hat möglicherweise eine West-Ost verlaufende Palisadenwand unmittelbar südlich des Palas diesem zusätzlichen Schutz gewährleistet. Für das frühe 14. Jhd. ist dann wiederum ein hölzerner Bauteil östlich des Turmes bzw. südlich des Palas nachzuweisen, der sich durch Reste eines Lehmfußbodens und einer Feuerstelle zu erkennen gab. Wahrscheinlich während des 16. Jhds. wurde der Palas vollständig, der Turm möglicherweise in seinen oberen Bereichen abgebrochen. Es ist naheliegend, dass dies mit dem Neubau der St. Jakobus-Kirche zusammenhängt, bei dem Steinmaterial des Palas zumindest wiederverwendet worden ist. In den 60er und 90er Jahren des 20. Jhds. wurden noch vorhandene Turmgeschosse und die obertägig erhaltene Mauersubstanz fast vollständig vernichtet. Hinzu kam schließlich die weitere Zerstörung im Zuge der geplanten Friedhofserweiterung, was Herr Dr. Mathias Hensch so kommentiert: "Diese Entscheidung war kultur- und architekturgeschichtlich für Thurndorfs Ortsgeschichte und die mittelalterliche Herrschaftsgeschichte des Raums Pegnitz-Neustadt a. d. Waldnaab ein fataler und irreversibler Fehler. Als "Wiedergutmachung" hat die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach Herrn Dr. Mathias Hensch mit der Auswertung der Bau- und Siedlungsbefunde seiner Grabungen beauftragt. Desweiteren wird Frau Dr. Eleonore Wintergerst die wissenschaftliche Fundauswertung vornehmen. Gemeinsam wird dann eine Publikation zu den Ergebnissen der Untersuchungen erscheinen.

Fotos: Archäologe Dr. Mathias Hensch - 1: ...entdeckt immer wieder Ungewöhnliches, z. B. auf dem Friedhof in Nabburg. Ein Mann wurde mit dem Gesicht nach unten und darüber eine Frau in normaler Rückenlage bestattet - 2: Gesamtansicht während der Grabung 2002 mit Blick auf die Bebauungsreste des 11. und 12. Jhds. - 3: Trennmauer des späten 12. Jhds. in opus-spicatum-Technik, die die Kernburg wohl in zwei Hälften teilte. Hier dürfte eine Reduzierung des Kernareals auf den östlichen Teil stattgefunden haben. - 4: Reste des vermuteten Palasgebäudes der ersten Hälfte des 12. Jhds. von Westen her, also vom Turm aus gesehen.

Foto: Emil Jenne - Sanierung des Turmstumpfes, Stand am 23. Juli 2012.

Nur ein Missverständnis zwischen Kirchenverwaltung und Denkmalpflege

Foto: Emil Jenne - Sanierung des Turmstumpfes, Stand am 23. Juli 2012.

"Der Boden, auf dem wir leben - das ist auch unsere Geschichte", philosophiert Franz Eller, verantwortlich für die Kirchenverwaltung der Pfarrgemeinde St. Jakobus in Thurndorf. Er bringt dadurch sein grundsätzlich schon immer vorhandenes, persönliches Interesse am Erhalt von Bodendenkmälern zum Ausdruck. Eller räumt allerdings ein, dass es Menschen gibt, die dieses Bewusstsein so noch nicht haben und betont: "Wichtig ist, dass man Geschichtsbewusstsein entwickelt!" Bereits zu Zeiten, als noch der frühere Pfarrer Johannes Nikel und Ellers Vorgänger, der Kirchenverwalter Hans Dettenhöfer engagiert in der Kirchengemeinde tätig waren, bestand schon seit längerem das Problem, dass der Friedhof erweitert werden musste. Damals ergab sich die Möglichkeit, das Nachbargrundstück zu erwerben, auf dem noch ein Bauernhaus und eine Scheune gestanden hatten. Bei Besichtigungen konnte man keine Hinweise auf geschichtsträchtige Mauern sehen. In der Scheune lagen Brennholz und Stroh über den Steinen des Turmstumpfes. Das Grundstück wurde dann im abgesrissenen Zustand gekauft. Als Laie war nicht zu erkennen, dass eventuell vorhandene Steine ein Teil eines Bodendenkmals sein könnten. Erst als der Kreisheimatpfleger für den Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab (westl. Gebiet) Dipl.-Ing. Hans-Joachim Oberndorfer einen Blick darauf warf, war klar, dass man unbedingt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) in Regensburg einschalten musste. Zuständig ist dort Referatsleiterin Dr. Silivia Codreanu-Windauer vom Referat B II Oberpfalz. Die damaligen Mitglieder der Kirchenverwaltung, Willi Büttner, Marco Lindner, Reinhard Maul und Georg Sertl, die mittlerweile die Friedhofserweiterung zu schultern hatten, teilten Frau Codreanu-Windauer dann per E-mail mit, dass man sich an die vereinbarte Abmachung des Bodenaustausches halten wolle und mit Baggerarbeiten im erlaubten Grundstücksbereich beginnen würde. Parallel dazu wurde scheinbar bei der archäologischen Ausgrabung mutmaßlich festgestellt, dass das gesamte Grundstück Teile des Bodendenkmals enthielte. Und so kam es zu dem Missverständnis, man könne mit dem Aushub wie vereinbart beginnen. "Ein Kommunikationsproblem", meint Eller. So kam es, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde und leider nun mal schon losgebaggert worden war, zumal auch noch ein kurzfristiges, sehr günstiges Angebot für die Baggerarbeiten vorlag. Eller bedauert, dass durch dieses Durcheinander erst wieder langsam Vertrauen zum BLfD aufgebaut werden musste. Viele Gespräche waren durch ihn und die anderen Mitglieder der Kirchenverwaltung erforderlich, damit eine gemeinsame Basis gefunden werden konnte. Die Ausgrabungskosten i. H. v. Euro 80.000 finanzierte die Pfarrgemeinde. Das Grundstück gehört zwar ganz der Pfarrgemeinde, es kann nun aber nur zu 1/3 für die Erweiterung des Friedhofs genutzt werden. Nachdem schon der Kirchenbau trotz ehrenamtlicher Hilfe riesen Summen verschlungen hatte, kamen zu den Ausgrabungskosten jetzt noch die Ausgaben für die Sanierung des Turmstumpfes hinzu. Dies sei jedoch jeweils zu 1/3 von der Pfarrgemeinde, der Diözese Bamberg und der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach getragen worden. Der 1. Bgm. Fritz Fürk konnte mit Unterstützung des Marktgemeinderates über das Amt für Ländliche Entwicklung eine Teilfinanzierung erreichen. Das Schlussfazit von Franz Eller lautet, im Zentrum des sanierten Turmstumpfes stehend: "Es ist doch hier was Beschauliches geworden. Hoffentlich hält es wegen der Witterung!" Und Sorge macht ihm die Absicherung, u. a. wegen einer davon ausgehenden Gefahr für Kinder.

Hinweis: Die Verantwortung für die inhaltlichen Angaben in diesem Bericht liegt ausschließlich bei Franz Eller, nicht beim Herausgeber! Eine genaue Prüfung der angegebenen Fakten erfolgte vom Herausgeber nicht.

Fotos: Emil Jenne - 1: am 26.08.2012 ist noch eine provisorische Absperrung um den sanierten Turmstumpf herum aufgestellt. - 2: Kirchenverwalter Franz Eller im sanierten Turmstumpf der ehemaligen "Burg Thurndorf".

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Über die Menschlichkeit des Menschen

Die einen machen Gesetze, die anderen umgehen sie. Bei klarer Gesetzeslage. Wer erwischt wird, bei dem stehen die Gesetzeshüter vor der Tür. Willkommen in der Sumpflandschaft. Ein schwer zu durchleuchtender Sumpf. Darin finden wir Macht und Geltung, doppeltes Spiel und doppelte Moral. Tief darin steckend, klopfen sich die Drahtzieher gegenseitig auf die Schultern. Sie loben sich recht arg - fast könnte man sagen "beweihräuchernd". Also ich persönlich wünsche mir ein Umfeld mit ganz vielen vertrauenswürdigen Personen, die sich nicht vor vertrauensunwürdigen fürchten müssen. Ins Gesicht lügen sie einem! Als Gruppe trangsalieren sie den Einzelnen. Menschen sind fehlerhaft. Dagegen ist nichts einzuwenden. Niemand ist perfekt. Menschen können aber äußerst schlimm fehlerhaft werden. Kommts ganz dick, dann bleiben sie ewig so und merken es gar nicht. Ein allgemeiner Sumpf-Bewussteinszustand ist dann erreicht! Benebelt vor lauter Nebel im Sumpf. Ohne Chance auf Weiterentwicklung zum Besseren hin. Gute Besserung also - Sumpf! Emil Jenne.

Foto: Emil Jenne - umgefallener Baum in einem Sumpf des "Naturschutzgebietes Pegnitzauen" zwischen Michelfeld und Ranna.

Erlebnisse in der Fränkischen Schweiz - Ein alter Knopf erinnert an Geschichte

Als künstlerischer Fotograf bin ich sehr oft mit meiner Kamera unterwegs und erkunde den Naturpark Fränkische Schweiz. Auch die Gegend um Kirchenthumbach gehört teilweise dazu. Für mich ist das eine Art von Meditation, das "eins werden mit allem und nichts". Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Überall im gesamten Naturpark. Das ist meine Art, die eigentliche Welt um mich herum zu entdecken. Das "Getriebe der Welt", das Herumgewusle im Reich des Geldes und der Habgier "lasse ich" "gelassen" zurück. Man sagt auch "etwas gehen lassen", "etwas sein lassen". Ich möchte es so nennen: "Haben weglassen" und dafür "Sein zulassen". "Eins sein". Im Grunde muss ich also nur "sein" (,statt haben,) und dann das vordere "s" von "s-ein" nach hinten setzen und schon bin ich "ein-s", also "eins". Jetzt zu meinem Erlebnis in der Fränkischen Schweiz vom 11. August 2012. In Oberküps (bei Bamberg) besuchte ich den "Reppel". Das ist ein Hochplateau, auf dem lichte Kiefern- und Buchenwälder stehen. Einige Traktorwege führen dort von Oberküps aus hinauf. Auf einem Acker entdeckte ich in der Erde ein kleines, rundes, total verrostetes Eisenteil mit einem Durchmesser von 2,2 cm. Ich nahm das Teil mit nach Hause und säuberte es. Jetzt begann eine regelrechte Detektiv-Arbeit! Ich interessiere mich eben nun mal für materiell wertlose Dinge, die mich aber sehr häufig und ganz unerwartet zu Themen führen, die mir die Zusammenhänge der gesamten Welt erahnen lassen können. Dann bin ich für mich auch reich, im anderen Sinne. In diesem Falle war es ein Knopf, vorderseitig glatt, und rückseitig mittig mit einer Öse und Buchstaben. Es zeigte sich, dass die Abkürzung "A. M. D." für "Armee Montur Depots" steht. Das ist französisch und man könnte es als "Armeeausstattungslager" übersetzen. Demnach hätte es der Knopf der Uniform eines französischen Soldaten aus der Napoleonzeit sein können. Aber das war nicht so, denn gut, dass ich darunter auch das kaum erkennbare "CHR. 8." entziffern habe können. Es war stark verwittert und ist die Abkürzung für Königl. Bayer. "8. Chevaulegers-Regiment". Chevaulegers sind Soldaten der "leichten" Kavallerie, die auf leichten Pferden und mit leichter Bewaffnung kämpfen. Solche Regimenter gibt es schon seit 1682. Doch das "CHR. 8." wurde 1909 gegründet und 1919 wieder aufgelöst! Der Knopf stammt also von einer Chevaulegersuniform aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg, wurde vielleicht beim Manöver der damals in Bamberg ausgebildeten "Schwolis", wie sie in Bayern salopp genannt wurden, verloren. Die Tradition dieses Regiments wird heute noch in Dillingen a. d. Donau gepflegt, denn dort war dann der Heimatstandort. Am 1.10.1909 hatte das Regiment noch 75 Mann und 117 Pferde. Erster Kommandeur wurde Major Freiherr v. u. z. Egloffstein (bis 31.07.1914). Später hatte ein "ausgewachsenes" Kavallerie-Regiment eine Sollstärke von um die 500 "Nasen" und rund 700 "Paar Nüstern", bestehend aus 5 Eskadrons, also 5 x 99 Mann zuzüglich Handwerker und Militärbeamte, wie Zahl- und Schirrmeister, usw. Die Chevaulegers kämpften im Ersten Weltkrieg meist ohne Schusswaffen. Herzlichen Dank für Fotos, Grafiken und Infos an: Hptm. i. Tr. Christian Gollmar vom Württembergischen Pionier-Bataillon Nr. 13 und Herrn Josef Giggenbach.

Fotos: Emil Jenne - 1: kurioses Fundstück auf einem Acker bei Oberküps: Knopf einer Militäruniform, Durchmesser 2,2 cm. - 2 und 3: Landschaft auf dem "Reppel" bei Oberküps.

Foto: Hptm. Chr. Gollmar - Josef Giggenbach in Paradeuniform eines "Schwolis". Grafik: Hptm. Christian Gollmar - eine Eskadron des Königlich Bayerischen 8. Chevaulegers-Regiments "in Linie" und die Uniform der Reitersoldaten.

Zum Aus-der-Haut-fahren

Herzlich und offen gehst Du auf andere zu, aber die Menschen um Dich herum tun so, als wärst Du nicht da. Sie ignorieren Dich, tratschen, witzeln und spötteln über Dich, schütteln den Kopf wegen Deiner Andersartigkeit, wollen Dich los haben, zwingen Dich, dass Du Dich wehren musst, zeigen Dir mit aller Macht, wer hier das Sagen hat! Halten sich an keine Gesetze, sind stolze, rücksichtslose "Trickser" auf Kosten von "Ausgetricksten", lassen Beziehungen spielen, wollen Dich in die Knie zwingen. Sind voll von sich überzeugt. Nehmen sich alles heraus. Lassen nicht locker, bis sie Dich klein kriegen! Stempeln Dich zum Schwarzen Schaf ab. Ja - das kann Dir passieren. Dies schmerzt zunächst ein wenig und man würde am liebsten aus der Haut fahren. Doch ich fühle mich so gut, weil ich einzigartig, frei und anders bin. Emil Jenne.

Foto: Emil Jenne - Haut einer Blindschleiche auf einem Weg zwischen Thurndorf und Obertreinreuth.

Werbeinserat: Das interessante Buch mit Bestellmöglichkeit: Richard Dawkins: Geschichten vom Ursprung des Lebens ISBN 978-3-548-37301-0, Ullstein-Verlag

Dawkins, einer der größten Wissenschaftler unserer Zeit, schreibt in seinem 928 Seiten starken Buch: "Ein Lebewesen ... ist immer unfertig. Das gilt vermutlich auch für uns ...". "Jedes Lebewesen könnte von sich behaupten, die Krone der Schöpfung oder der Endpunkt der Evolution zu sein...". "Bewegen wir uns rückwärts, feiern wir am Ende die Einheit alles Lebendigen ... Bewegen wir uns vorwärts, freuen wir uns über die Vielfalt...". "Die Information in der DNA aller Lebewesen wurde von (unseren) Vorfahren mit ungeheuerer Genauigkeit weitergegeben. Die einzelnen Atome in der DNA wechseln ständig, aber die Information, die sie mit ihrer Anordnung codieren, wird über Jahrmillionen, manchmal sogar über Hunderte von Millionen Jahren hinweg kopiert. Mit den Mitteln der Molekularbiologie können wir diese Aufzeichnungen unmittelbar lesen...". Dawkins beschreibt, wie die Bauteile und biologischen Funktionen der Lebewesen ähnlich einer überfüllten Festplatte eines PCs oft mehrfach ungenutzt herumliegen, aber wiederum genutzte, wie z. B. das Vorwärtsspringen von einem Schlammspringer praktisch genauso auch von uns als Mensch eingesetzt werden. Diese biologischen Funktionen stammen bereits von unseren sehr frühen Vorfahren her. Dawkins unterscheidet dabei die zeugenden Einzellebewesen und die Genpools, die jeweils zur Hälfte von beiden Elternteilen an die Nachkommen weitergegeben werden. Dabei können kuriose Dinge geschehen, u. a., dass ein Lebewesen komplett nur Genteile von Vorfahren-Vätern (oder -Müttern) weitergibt, obwohl ja mehrere Generationen lang beide Geschlechter Kinder zeugten. Vereinfacht gesagt, die einzelnen Lebewesen sterben, aber die Gene sind als Kopien immer da. Es kann auch vorkommen, dass die nachfolgenden Generationen nach mehreren Jahrhunderten oder Jahrtausenden letzlich nur Gene eines einzigen frühen Vaters (oder einer Mutter) in sich tragen und andere keine Genteile vererben konnten. Dawkins beschreibt 39 Stationen der Aufteilung des Stammbaumes und seine Vorstellung, wie dort der jeweilige gemeinsame Vorfahre ausgesehen haben könnte bzw. müsste, zurück bis zu den Eubakterien, bei denen man nicht mehr von "Arten" sprechen kann. Manche dieser "Arten" von Bakterien haben Wissenschaftler noch nicht lebend gefunden, aufgrund der Genuntersuchungen weiß man aber, dass es sie gegeben haben muss bzw. geben muss. Sehr komplexe Theorien, die man kritisch betrachten sollte - aber sehr lesenswert! Das Buch können Sie direkt bei meinem Verlag bestellen. Ich liefere es sogar persönlich ohne Versandkosten an Sie aus! Bestell-Telefon/-Fax: (0 96 47) 92 87 36-0, Bestell-E-Mail: emil-jenne@verlag-mensch-und-gedanke.de, Preis inkl. 7 % USt.: Euro 14,95