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Journalismus, Pressearbeit, Bildberichterstattung, PR-Texte

Als Medienwirt (bfz) bin ich mit Bildberichterstattung, Journalismus und Pressearbeit vertraut. Ich erstelle auf Wunsch gerne auch PR-Texte. Meine Schreibe entnehmen Sie bitte dieser Zeitungsartikel-Leseprobe:

Bahn frei — dank Winterdienst

Recherche, Titelseitenfoto, Innenteilfoto und Text des Zeitungsartikels von Emil Jenne.

Die Mitarbeiter des Bauhofs Heroldsberg räumten und streuten in ihrer Gemeinde bis vor Kurzem alle gemeindlichen Straßen und öffentlichen Gehwege. Vor zwei Jahren schlug die Marktgemeinde Heroldsberg aber eine neue Richtung ein. Bürgermeisterin Melitta Schön nennt es beim Namen: "Schlanke Verwaltung und Privatisierung". Für die Räumung der Fahrbahnen wurde ein privates Unternehmen beauftragt.

Die Gemeindearbeiter räumen und streuen nur noch die öffentlichen Fuß- und Gehwege, sind am Wochenende in Bereitschaft. Jede Woche steht eine andere Gruppe auf Abruf zur Verfügung. Nur bei extremen Witterungsverhältnissen kommt zusätzlich das Raumfahrzeug der Gemeinde Heroldsberg zum Einsatz: ein Unimog 1400, Baujahr 1989, ausgestattet mit einem Räumschild und einem Streugerät. Zwischen 3.00 und 5.00 Uhr beginnt ihre Arbeit. Bis 7.00 Uhr soll der Winterdienst beendet sein. Danach erfüllt die Gruppe des Bauhofs andere Aufgaben. "Die Winter waren früher schon schlimmer", meint Hans Müller-Vörg. Zum letzten Jahreswechsel blieben Schneefälle und schwere Glatteisbildungen weitgehend aus. Im Rekordwinter 98/99 war das ganz anders.

Der Winterdienst ist witterungsabhängig. Und so schwanken die notwendigen Arbeitsstunden und die Ausgaben. Beispiel Heroldsberg: Zwischen 500 und 800 Arbeitsstunden fallen in einer Saison an. Die Kosten bewegen sich zwischen 50 000 und 110 000 Mark. Das Salz aus Bad Reichenhall lagert in einem Silobehälter, Sand und Splitt werden in einer Holzhalle im Bauhof aufbewahrt.

Der Markt Igensdorf hat den Winterdienst nur teilweise in private Hände gegeben: Die Ortsteile Affalterbach, Etlaswind und Pettensiedel werden von einem Landwirt geräumt. In den anderen Ortsteilen sind die Mitarbeiter des Bauhofs zuständig.

In Kalchreuth leitet Gerhard Schweiger den Winterdienst. Hier gibt es am Wochenende keinen Bereitschaftsplan — Schweiger räumt bei Bedarf alleine. Und wenn wirklich alle Stricke reißen, dann setzt sich Bürgermeister Erwin Nützel persönlich auf das Raumfahrzeug: "Da bekomme ich als Bürgermeister selbst mit, was in der Ortschaft los ist". Die 4 bis 5 Mann starke Bauhof-Truppe räumt ab 5 Uhr alle Gemeindestraßen und die öffentlichen Wege in Kalchreuth, Röckenhof und Käswasser. Schweiger erzählt von jährlich wiederkehrenden Schwierigkeiten: "Wir kommen in der Früh manchmal nicht durch, weil parkende Autos den Weg versperren. Dann versuchen wir unser Glück ein zweites Mal am Nachmittag. Das ist schon deshalb nicht gut, weil sich bis dahin bereits Glatteis bilden kann". Wenn die Schneefälle sich ausweiten und das Raumfahrzeug nicht mehr ausreicht, hat Schweiger noch einen Trumpf im Ärmel: "Dann kommt unser Bagger zum Einsatz".

In Eckental wuchs mit der stetigen Erschließung neuer Baugebiete auch die Anzahl der zu räumenden Straßen. "Bis zu 16 Männer unterschiedlicher Altersstufen arbeiten hier im Winterdienst. Es herrscht ein erstklassiges Betriebsklima", erläutert Helmut Wölfel, der seit Mitte Januar dieses Jahres die Leitung des Eckentaler Bauhofs übernommen hat.

Abwechselnd mit Vorarbeiter Oswald Ottenschläger fährt Wölfel ab 4.00 Uhr die Gemeindestraßen ab und verschafft sich einen ersten Überblick. Im Anschluß daran werden die benötigten Arbeiter geweckt. Fahrer für die drei Unimogs und für die beiden Traktoren, die im Winter mit Räumschild oder Kehrbesen ausgestattet werden, sowie bis zu 11 Mann für die Stellen, die Handarbeit erfordern.

In einem Räum- und Streuplan ist eingezeichnet, wo der Schnee und die Glätte vorrangig und zuerst zu beseitigen sind. Dazu gehören die wichtigsten Verbindungsstraßen der Gemeinde sowie gefährliche Verkehrsbereiche wie Schulstraßen, Kreuzungen, Gefällstrecken und Omnibuslinien. Stich- und Seitenstraßen müssen warten. "Alle Straßen rechtzeitig zu räumen und zu streuen, ist oft nicht zu schaffen", meint Ottenschläger.

Das Steuern eines Räumfahrzeuges erfordert äußerste Konzentration. Der Fahrer sitzt stundenlang mit erhöhter Aufmerksamkeit im Unimog und muss dabei ständig die Schildbreite richtig einschätzen. Hinzu kommt die erhöhte Rutschgefahr. Trotzdem passieren selten Unfälle wie die geringfügige Beschädigung eines Pkws oder eines Gartenzauns.

Wo ein normaler LKW noch durchkommt, müssen Räumfahrzeuge mit Schild oftmals passen. Sie brauchen mindestens 3,50 Meter Platz. Manchmal können ganze Straßen nicht geräumt werden, weil abgestellte Wohnmobile oder überstehende Äste die Fahrbahn verengen. Wenn daraufhin in der Gemeindeverwaltung telefonische Beschwerden eingehen, wird der Winterdienst zum undankbaren Job.

Bildtext zum Foto:
Sie haben sich eine Vormittagspause verdient: Bauhofleiter Helmut Wölfel (rechts), Vorarbeiter Oswald Ottenschläger (3. von rechts) und einige Winterdienst-Arbeiter des Marktes Eckental. Fotos: Jenne